Wintermontgolfiade 2012

24. Warsteiner-Winter-Montgolfiade im Allgäu
Der blaue Himmel über Bad Hindelang wird kunterbunt

3.1.2012 Bad Hindelang. Sie werden es bunt treiben am blauen Himmel über dem Allgäu. Rund 40 Ballonsportteams erwartet das Bergdorf Bad Hindelang zur 24. Warsteiner Wintermontgolfiade im Ostrachtal. Krönender Höhepunkt der Luftfahrtschau vom 07. bis 14. Januar 2011 ist das „Ballonglühen“ am Eröffnungstag, bei dem sich die riesigen Hüllen – von den Flammen der Heißluftaggregate wie Laternen illuminiert – auf einer von Hüttenzauber umrahmten Freifläche am Ortsrand im Nachtwind wiegen.

Seit die Gebrüder Montgolfier am 4. Juni 1783 in Frankreich den ersten Ballon aufsteigen ließen, hat diese gemächliche Version der Luftfahrt nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt. Bei der ersten „bemannten“ Ballonfahrt im gleichen Jahr, teilten sich vor den Augen von Frankreichs König Ludwig XXI. ein Hammel, ein Hahn und eine Ente den Platz im Korb. Jegliche Zweifel an der Sicherheit des Gefährts haben sich längst in Luft aufgelöst. Zu den über 2.000 Ballonpiloten, die es heute allein in Deutschland gibt, gesellen sich stets Passagiere, denen ein „Standplatz am Himmel“ mit dem außergewöhnlichen Rundblick allemal ein Ticket wert ist.

Schon ein einzelner Ballon zieht die Blicke auf sich. Weitaus spektakulärer sind Ballonsportveranstaltungen mit einer Vielzahl bunter Luftschiffe. Seit 20 Jahren haben Wintermontgolfiaden Tradition im bayerischen Alpenraum. Das Allgäuer Ballonfahrertreffen war das erste und lange Zeit das einzige. Sponsor ist im kommenden Januar bereits zum fünften Mal die Warsteiner Brauerei. Initiator und Veranstaltungsleiter ist ein „alter Hase“ in Sachen Luftfahrt. Der Sonthofener Ernst Bauer war der erste Heißluftballon-Pilot, der die Alpen von Bayern bis Italien komplett überquert hat. Seitdem hat er das Abenteuer schon rund 30 Mal gewagt und gemeistert.

Für die Ballonfahrer macht es Sinn, eine Montgolfiade im Winter zu starten – ohne Thermik und Turbulenzen. Denn bei kaltem Wetter sorgt allein die heiße Luft in der Ballonhülle für besten Auftrieb. Zudem müssen die Starts nicht in aller Frühe oder erst am Abend bei kühler Luft stattfinden wie im Sommer. Der Ballon kann deshalb stundenlang am Himmel bleiben. Der einzige Nachteil: Die Piloten und ihre Passagiere müssen sich warm anziehen.

Mit zunehmender Höhe wachsen auch die Anforderungen an das Können und die Erfahrung der Piloten. Ein steter Wind aus nördlichen Richtungen, ein präziser Wetterbericht und das Gespür für Luftströmungen sind wichtige Voraussetzungen, um das Abenteuer einer Alpenüberquerung meistern zu können. Zudem müssen die Fluglotsen an den Radargeräten in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz ein Einsehen haben mit den Ballonfahrern und ihnen die Nutzung des Luftraums in Höhen bis über 5.000 Metern erlauben. Vor einigen Jahren schafften es an einem Tag 28 Heißluftballone, nach dem Start in Hindelang sicher in Oberitalien zu landen. Die bisher insgesamt über 4.000 Ballonstarts bei den Wintermontgolfiaden im Allgäu blieben allesamt unfallfrei.

Für ein Höchstmaß an Sicherheit bürgt schon Veranstalter Ernst Bauer, der seine Erfahrungen gerne mit den aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern anreisenden Ballonfahrern teilt. Vor den – bei schönem Wetter – täglichen Starts beginnt um 8.00 Uhr das Briefing der Piloten und ihrer Crews. Sowohl der Flugmeteorologe vom Deutschen Wetterdienst als auch der Sicherheitsbeauftragte sind „Meister ihres Fachs“ mit großer Erfahrung. Erst wenn sie grünes Licht geben, wird gegen 10.00 Uhr gestartet. Auch bei diesen Veranstaltungsfahrten werden Passagiere mitgenommen.

Der „Standplatz am Himmel“ ist auch bei einer Tombola zu gewinnen. Zwei Tickets für Passagiere in einem der Ballons sowie eine Reihe von Wellness-Gutscheinen und weiteren Preisen gibt es bei der Tombola am Eröffnungstag anlässlich des Ballonglühens zu gewinnen. Die Erlöse der Verlosung kommen der Freiwilligen Feuerwehr des Bad Hindelanger Ortsteils Bad Oberdorf zugute.

Aber auch das Zuschauen allein ist ein Erlebnis, das sich Hunderte von Urlaubern und Einheimischen nicht entgehen lassen wollen. Unter dem Fauchen der Feuer speienden Gasaggregate richten sich die riesigen Ballonhüllen langsam auf, bis der Korb steht und der Auftrieb so groß ist, dass die Besatzung gen Himmel schweben kann. Ein Glanzlicht im buchstäblichen Sinne ist das „Ballonglühen“ am Samstag, 07. Januar ab 17.00 Uhr auf. Der Startplatz am Ortsrand wird dabei zum Tummelplatz für Tausende von Besuchern. Gesäumt von urigen Hütten, die mit Essen, Glühwein, Kinderpunsch und heißen Schokoladen-Spezialitäten für alpenländischen Zauber sorgen, liegen die Ballons an der Leine, während die Flammenwerfer sie mit Heißluft füllen und die Hülle mit warmen Feuerschein zum „Glühen“ bringen. Folgende Attraktionen erwarten Sie: ein kreisendes Luftschiff, eine begehbare Ballonhülle sowie zahlreiche Ballonsonderformen wie z.B. der „Orient Express“, eine „Kathedrale“, „Bärenmarke“ und „Jägermeister“.

Info:
Gerne nehmen die Piloten auch Fahrgäste mit. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie beim Veranstalter unter Tel. 08321/7091 oder unter ballonsport@web.de.
Der Eintritt zum Ballonglühen ist frei.