Kleinwalsertaler Bergbahn AG legt Bilanz 2010/11 vor

3.7.2012 – Mit einem erfreulichen Ergebnis hat die Kleinwalsertaler Bergbahn AG das Geschäftsjahr 2010/11 zum 31.10 2011 abgeschlossen. Den Bilanzgewinn von 1,09 Mio. Euro (Vorjahr: 676.000) belassen die Aktionäre im Unternehmen. Sie verzichten auf eine Ausschüttung und stärken damit die Finanzkraft der Bergbahn AG, um das bevorstehende 38 Millionen Euro umfassende Investitionsprojekt an Ifen und Walmendingerhorn möglich zu machen. Mit der Modernisierung des Skigebietes Ifen inklusive Beschneiung sowie mit einer direkten Verbindung zum Walmendingerhorn und zur Heuberg-Arena sollen die weiteren Grundlagen für ein gutes Weiterbestehen des Unternehmens sowie für die touristische Entwicklung des Kleinwalsertals und der gesamten Tourismusregion Allgäu wesentlich verbessert werden.

Das positive Ergebnis des Geschäftsjahres 2010/11 beruht auf mehreren Faktoren: So zeigten die Synergieeffekte der intensiven Zusammenarbeit innerhalb der Bergbahngruppe „Das Höchste“ ihre Wirkung. Eine überaus günstige Wetterlage im Sommer und die konsequente Weiterentwicklung der Produkte – im Berichtsjahr insbesondere der neue Kindererlebnisweg „Burmiwasser“ an der Kanzelwand – wirkten sich sehr positiv auf die Nachfrage aus. „Obendrein haben“, so erläuterte Vorstand Augustin Kröll, „alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem tollen Einsatz zu diesem Ergebnis maßgeblich beigetragen.“

Der Winter 2010/11 habe aber auch deutlich aufgezeigt, wie notwendig die qualitative Verbesserung des Skigebietes Kleinwalsertal in Hinblick auf Schneesicherheit und durchgängige Befahrbarkeit ist. Anhaltender Naturschneemangel hatte zur Folge, dass die Pisten am Walmendingerhorn, auf den Tal-Skiwegen und am Ifen meist nur eingeschränkt befahrbar waren. Die Gäste sind auf das schneesichere Gebiet Fellhorn/Kanzelwand ausgewichen. An Ifen und Walmendingerhorn summierte sich der Gästerückgang auf ca. 20 Prozent, an der Kanzelwand gab es hingegen ein entsprechendes Plus. Insgesamt verzeichnete die Kleinwalsertaler Bergbahn AG im Geschäftsjahr 2010/11 766.000 Besucher (Vorjahr 749.000 Besucher), was einem Zuwachs von 2,26 Prozent entspricht.

Im abgelaufenen Winter 2011/12 verringerten sich die Besucherzahlen. Die warme Witterung im Herbst letzten Jahres hatte zur Folge, dass mit der maschinellen Beschneiung erst Anfang Dezember begonnen werden konnte. So startete der Skibetrieb mit Einschränkungen am 10. Dezember. Geprägt war die Wintersaison durch starke Schneefälle in den Hochlagen, was einerseits den Aufwand für die Beschneiung reduzierte, andererseits die Kosten für Pistenpräparation und Lawinensprengungen erhöhte. Die unfreundliche Witterung und die Kältewelle Ende Januar führten zu einem spürbaren Gästerückgang. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet man mit einem durchschnittlichen positiven Ergebnis.

“Für die Zukunft des Winter-Tourismus im Kleinwalsertal wird es entscheidend sein,“ erläuterte Vorstand Georg Fahrenschon, „die Infrastruktur für das Winterprodukt zeitnah wieder wettbewerbsfähig zu machen.“ Wichtig sei, das Gesamtkonzept für das Skigebiet Kleinwalsertal umzusetzen. Neben der Bedeutung dieses Projekts für den gesamten Tourismus im Tal gehe es insbesondere auch um die Zukunft der Ortsteile Mittelberg und Baad. Deren Wintersport-Gäste wären nach einer Realisierung der Pläne wesentlich besser an das Gesamtgebiet angebunden. Augustin Kröll: „Wir verfolgen die Umsetzung des Projektes mit ganzem Herzen weiter, weil wir von der Richtigkeit des Gesamtkonzeptes zum Wohle aller im Tal überzeugt sind.“ Das Unternehmen habe den Ifen im Jahr 2009 auch mit dem Ziel übernommen, ihn in ein Gesamt-Skigebiet Kleinwalsertal zu integrieren, um somit die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Mitbewerbern in anderen Destinationen wieder herstellen zu können.

Aufgrund der beantragten Volksabstimmung verschiebt sich die Umsetzung der Investitionen nochmals, obwohl das Unternehmen Baurecht für die Beschneiungsanlage und den Schneiteich am Gaisbühl besitzt. Kröll: „Wir sind zuversichtlich, dass sich eine Mehrheit der Wahlberechtigten im Tal dem positiven Votum der Gemeindevertreter vom 26. März 2012 anschließt und sich für die Modernisierung und damit auch für die Panoramabahn ausspricht. Erst die direkte Verbindung Walmendingerhorn–Ifen bringt die notwendigen Einnahmen, um die großen Investitionen überhaupt bezahlen zu können.“

Um nicht weitere Zeit zu verlieren, werden jetzt die erforderlichen Grundlagen in Bezug auf Natur und Geologie erarbeitet, um die Anträge zum Bau der Bahnen nach einer positiven Volksabstimmung im Oktober bei den zuständigen Genehmigungsbehörden zeitnah einreichen zu können. „Wir haben stets zum Ausdruck gebracht,“ so die beiden Vorstände, „wie wichtig uns die Zustimmung der Talbevölkerung zu diesem Projekt ist. Es stellt entscheidende Weichen für die touristische Zukunft des Kleinwalsertals und des Allgäus. Die Investitionen tragen wesentlich zur Sicherung unser aller Einkommen bei.“
Beim Unternehmen wurde in der letzten Zeit auch nachgefragt, ob die Ifen Bergbahnen verkauft und wie die Gesellschaft reagieren wird, wenn die Panoramabahn abgelehnt würde. Weil Ifen und Walmendingerhorn zusammengehören, bekräftigen Aufsichtsrat und Vorstand ihre wiederholt gemachten Aussagen, dass die Ifen Bergbahnen nicht verkauft werden. Die Panoramabahn nimmt die Schlüsselstellung im Hinblick auf die angestrebte Qualitätsverbesserung des „Skigebietes Kleinwalsertal“ und auf die Bezahlung des in Stufen geplanten Gesamtprojekts ein. Ohne eine direkte Verbindung zwischen Walmendingerhorn und Ifen können die Anlagen an beiden Bergen nur in der bisherigen Form weiterbetrieben werden solange dies wirtschaftlich und technisch vertretbar ist. Deshalb vertraut die Gesellschaft darauf, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten im Tal nicht dem Weg der Gegner, sondern dem Beschluss der Gemeindevertretung vom 26. März 2012 folgt.