6.2.2016 – Lawinenunfälle in Tirol

7.2.2016 Tirol. Am Samstag, 6.2.2016, kam es in Tirol zu unzähligen Lawinenabgängen, wobei in 11 Fällen insgesamt 24 Personen verschüttet bzw. teilverschüttet, 7 Personen verletzt und 5 Personen getötet wurden.

In unzähligen Fällen wurden Lawinenabgänge gemeldet, wobei allfällige Personenverschüttungen nach aufwändigen Suchaktionen durch Einsatzkräfte und Bergettung teils mit Luftunterstützung sowie durch Ski- und Bergführer, die im Nahbereich unterwegs waren, durchgeführt werden mussten und letztlich positiv abgeklärt werden konnten.

Kurz nach 12:00 Uhr stiegen 2 tschechische Skitourengruppen (Freerider – 12 und 5 Personen) in der Wattener Lizum von der Lizumer Hütte in Richtung „Geier“ auf. In einer Seehöhe von ca. 2.300 m wurden alle 17 Personen von einem mächtigen Schneebrett (mehrere hundert Meter breit und lang) erfasst und verschüttet bzw. teilverschüttet. 5 Personen konnten nur mehr tot und 2 Personen verletzt geborgen werden. Die Ermittlungen sind noch im Gange und die Identität der beteiligten Personen steht noch nicht gesichert fest. Kontakt mit der tschechischen Botschaft besteht.

Um 12:25 Uhr verließ ein 25-jähriger, einheimischer Snowboarder im Skigebiet Kühtai den organisierten Skiraum und fuhr in einen steilen NW-Hang ein. Bei einer Hangquerung löste er ein Schneebrett aus und wurde ca 150 cm tief verschüttet. Der Snowboarder (hatte keine Notfallausrüstung) konnte von 2 Augenzeugen rasch sondiert und ausgegraben werden. Er wurde unbestimmten Grades verletzt und mit dem NAH in das LKH Hall geflogen.

Gegen 10:52 Uhr fuhr in Obergurgl eine 4-köpfige Skifahrergruppe aus Norwegen oberhalb des Festkogel Restaurants in den freien Skiraum ein und löste dabei ein Schneebrett aus. Ein 42-jähriger Norweger wurde bis zur Hüfte verschüttet und konnte sich selbst befreien. Er blieb unverletzt.

Ebenfalls in Obergurgl stieg um 10:29 Uhr ein unbekannter Skitourengeher zum Eiskögele auf und löste dabei ein Schneebrett aus. Er wurde von der Lawine erfasst und bis zur Hüfte verschüttet. Er konnte sich selbst befreien und fuhr offensichtlich unverletzt ins Tal ab.

Um 10:50 Uhr fuhren 6 Snowboarder aus Deutschland im St. Leonhard im Pitztal von der Bergstation Grubenkof in den freien Skiraum in Richtung Taschachtal ab. Nachdem 4 Personen bereits einen Steilhang befahren hatten, löste sich bei den beiden nachfahrenden Snowboardern (21 j. Mann und 16 j. Frau) ein Schneebrett, wobei der Mann auf der Oberfläche blieb und die Frau ca 70 cm tief verschüttet wurde. Die verständigten Bergretter und 1 Alpinpolizist wurden mit Lawinensuchhunden zum Lawinenkegel geflogen. Der Suchhund „Santo“ konnte die Verschüttete orten und die Verletzte konnte ausgegraben werden, wobei sie ansprechbar war. Sie wurde mit dem RHS in das Krankenhaus Zams geflogen (Verletzungsgrad unbestimmt). Keine Lawinen-Notfallausrüstung.

Am 06.02.2016 stieg eine 7-köpfige Skitourengruppe aus München im Zuge eines Lawinen-Aufbaukurses von ihrem Standort Weidener Hütte im Weertal zum sogenannten Hobarjoch 2.512 m auf. Vom erreichten Gipfel fuhr die Gruppe, unter der Leitung eines 35-jährigen staatl. gepr. Bergführers aus Deutschland, über die Nordwestmulde in Richtung Grafensalm ab. Kurz unterhalb des Gipfels löste sich ein Schneebrett, welches ein Gruppenmitglied erfasste und total verschüttete. Die verschüttete Person, eine 27-jährige Münchnerin, konnte durch die Kameraden geortet und unbestimmten Grades verletzt geborgen werden. Es besteht keine Lebensgefahr. Ausgerüstet mit Lawinen-Notfallausrüstung.

Um 12:25 Uhr fuhren 2 deutsche Skifahrer im Skigebiet Sölden, Gaislachkogel im freien Skiraum durch das „Wasserkar“ ab. Beim Einfahren in einen Steilhang löste sich eine Schneebrettlawine und der vorausfahrende 51-jährige Mann wurde von den Schneemassen mitgerissen. Er konnte noch seinen Lawinenairbag auslösen und sich so an der Schneeoberfläche halten. Eine nachfahrende Skifahrergruppe mit einem staat. Geprüften Berg- und Skiführer leistete bis zum Eintreffen des NAH Erste Hilfe. Der unbestimmten Grades Verletzte wurden in das BKH Zams geflogen.