28.1.2015 – Lawinenabgänge in Vorarlberg

29.1.2015 Vorarlberg. Bedingt durch die kritische Schneelage gingen sich im Verlauf des gestrigen Tages mehrere Lawinen und Schneerutsche ab, bei denen Personen verschüttet wurden und Straßen mit Schneemassen verlegt wurden:

1.)
Gegen 09:45 Uhr löste sich im Bereich Obere Rud in Schröcken ein Schneebrett, welches die darunter liegende Gemeindestraße Schmitte in einer Breite von 30 m und einer Höhe von 1,20 m verlegte. Durch die Verlegung kam es keinem Personen- und Sachschaden. Eine Sicherheitssuche wurde durchgeführt.

2.)
Gegen 11:25 Uhr fuhr ein Schifahrer aus Deutschland in Lech von der Bergstation Steinmähder – Sesselbahn kommend im freien Schiraum Richtung Sulzkopf ab und von dort in einen unverspurten Tiefschneehang ein. Dabei löste er ein 50 m breites Schneebrett aus, das den Schifahrer 230 m weit mitriss und völlig verschüttete. Der Lawinenabgang wurde von zwei Personen beobachtet, die sofort die Rettungskräfte alarmierten. Wegen weiterer drohender Abgänge im Suchgebiet mussten zuerst an den angrenzenden Steilhängen Schneemassen abgesprengt werden, bevor mit dem Sucheinsatz, bei dem 50 Einsatzkräfte bestehend aus Bergrettern, Alpinpolizisten und Schilehrern beteiligt waren, begonnen werden konnte. Bei der Suche waren der Notarzthubschrauber Gallus 1 und der Polizeihubschrauber Libelle unterstützend im Einsatz. Nach etwa eineinhalb Stunden gelang es, den über zwei Meter tief verschütteten deutschen Schifahrer aus den Schneemassen zu bergen. Infolge starker Unterkühlung und einer Lungenprellung wurde der Mann mit ins LKH Feldkirch geflogen.

3.)
Gegen 11:40 Uhr ging Riezlern im freien Schiraum an der Westseite der Kanzelwand, in einer Höhe vom 1900 m, ein Schneebrett mit einer Anrissbreite von ca. 25 m ab. Das Schneebrett löste weitere Sekundärlawinen aus, die in einer Breite von ca. 100 m 500 m weit abgingen und kurz vor einem Pistenabschnitt der Kanzelwandabfahrt zum Stillstand kamen. Das Schneebrett wurde von einer bis dato nicht identifizierten Person ausgelöst, die jedoch nicht von den Schneemassen erfasst wurde. Eine Sicherheitssuche wurde durchgeführt. Es wurden keine Verschütteten festgestellt. Fast zeitgleich mit dem Abgang des Schneebrettes löste ein weiterer unbekannter Schifahrer auf der gegenüberliegenden Nordseite bei der Abfahrt im freien Schiraum nach Riezlern ebenfalls ein Schneebrett aus und wurde dank ausgelöstem ABS-Rucksack nur teilverschüttet; er blieb unverletzt. Rettungsmaßnahmen waren nicht mehr erforderlich.

4.)
Gegen 13:00 Uhr ging auf die L193 – Verbindungsstraße zwischen Au und Damüls – ein 10 m breiter Schneerutsch auf die Fahrbahn ab. Es wurden jedoch keine Fahrzeuge und Personen verschüttet. Die Fahrbahn war ca. 40 Min. gesperrt bzw. mit Behinderungen passierbar.

5.)
Gegen 13:12 Uhr ging im freien Schiraum, im Bereich des Matonajöchle in Laterns, eine Lawine ab, bei der drei Schitourengeher erfasst und verschüttet wurden. Ein Schitourengeher konnte sich selbst aus den Schneemassen befreien, die beiden anderen konnten schließlich nach Alarmierung der Hubschrauber C 8 und Libelle bzw. der Bergrettung mit Verletzungen unbestimmten Grades geborgen und ins LKH geflogen werden.

6.)
Gegen 14:00 Uhr ging in Brand im freien Schiraum Niggenkopf – Lorenzital ein 30 m breites Schneebrett ab. Eine Sicherheitssuche wurde mit 35 Mann Bergrettung und Alpinpolizei durchgeführt. Es wurden keine Personen verschüttet.