25.10.2015 – Dringender Appell aus dem Innenministerium zur Quartierssuche

25.10.2015. Wien (OTS) – „Wir haben eine herausfordernde Nacht hinter uns, die Nachttemperaturen sind teils um den Gefrierpunkt gelegen“, sagte General Matthias Klaus in der Besprechung zur Flüchtlingslage heute Vormittag im BMI. „Das sind Verhältnisse, die ein Übernachten im Freien gesundheitsbedrohend machen.“

Unter den Flüchtlingen seien ältere Menschen, Kinder und Kranke. Österreich müsse „in einer gemeinsamen Kraftanstrengung zusehen, Quartiere im erforderlichen Ausmaß zur Verfügung zu stellen“.

Klaus richtete einen entsprechenden Appell insbesondere an: Caritas, Rotes Kreuz, Arbeitersamariterbund, Bundesheer und die Länder. Auch Kirchen seien gefordert. Das Bundesheer sollte noch Flächen in Kasernen zur Verfügung stellen. Das Innenministerium bietet Zeltkapazitäten an. Auch die Freiwilligen Feuerwehren werden über den Bundesfeuerwehrverband um Unterstützung ersucht. Derzeit wird fieberhaft an Lösungen gearbeitet.

Auch der von der Bundesregierung bestellte Flüchtlingskoordinator Dr. Christian Konrad beteiligt sich intensiv an der Suche nach Notquartieren. „Wir erleben eine Situation, in der alle zusammenhelfen müssen“, sagt Konrad. „Ich habe schon des Öfteren gefordert, dass alle an einem Strang ziehen.“ Niemand dürfe in Österreich erfrieren, weil zu wenig Quartiere zur Verfügung gestellt würden.

Druck aus Slowenien, wenig Durchkommen an Grenze zu Deutschland

In Spielfeld übernachteten vom 24. auf den 25. Oktober 2015 knapp 2.500 Flüchtlinge. Der Druck aus Slowenien hält aber an. In der Grenzstadt Sentil befinden sich derzeit etwa 4.500 Personen.

An der Grenze zu Deutschland gibt es momentan wenig Durchkommen -sowohl in Salzburg, als auch in Oberösterreich. In Braunau (OÖ) wurde um ein Uhr Früh ein Notquartier im Stadttheater freigemacht.